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Taxi? |
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Prime Time |
Kyrgistan wird inoffiziell als der wilde Teil Zentral-Asiens gehandelt und steht bei Liebhabern unberührter Natur und bei Hobby-Cowboys hoch im Kurs. Die auf zwei Leute reduzierte Reisegruppe hatte eigentlich nur eine kurze Durchquerung des Landes im Osten vor, angesichts der beeindruckenden Landschaft beschließen wir jedoch, einen kleinen Ausflug ins Landesinnere zu machen. Ohne Räder geht die Reise mit Bus, Taxi, LKW und Viehtransporter ins schwach besiedelte Landesinnere - zu einem kleinen Biosphären-Reservat. Bewaffnet mit Zelt, Kocher und Kameras erreichen wir nach einer höchst abenteuerlichen Fahrt mit mehr oder weniger stark alkoholisierten Mitfahrern ein kleines Tal, das durchaus Drehortpotential für eine Neuauflage von Bonanza hätte. Auf dem Weg von der recht provinziell wirkenden Stadt Osh (zweit größte Stadt Kyrgistans) bis zum Ziel, dem kleinen Biosphären Reservat, wechselt die Landschaft vom kargen Braun in fruchtbarstes Grün. Die Berge werden höher, die Landschaft wilder. Kurz vor der Dämmerung werden wir von Benschek, einem in Moskau lebenden Kyrgisen aufgesammelt. Benscheks Familie gehören große Teile des Reservats und er nimmt uns die letzten Kilometer auf der Pritsche seines LKWs mit. Neben dem Verkauf von Honig, Milch und Obst aus Kyrgistan widmet er sich momentan dem Bau der ersten Moschee im Tal und läd uns "Heiden" dazu ein, die Baustelle zu besichtigen und mit den Handwerkern zu Abend zu essen. Da es keine gemeisame Sprache gibt, zieht sich die Kommunikation ein wenig in die Länge und schlussendlich landen wir in der Gästejurte auf dem Anwesen der Cartwrights. Glücklich über die niedrigen Temperaturen und die gute Luft schlafen wir ein und träumen schon wildeste Cowboy-Träume, während man in der Ferne die Schakale heulen hört. Am nächsten Tag bietet uns Benschek einen Ausflug durch sein Tal an. So verbringen wir einen ganzen Tag an einem der schönsten Orte, die ich bis jetzt gesehen habe. Das Herz des Reservats ist ein kristallklarer Bergsee, der dem paradiesischen Tal Fruchtbarkeit und Leben schenkt. Nachdem wir zahlreiche Fotos auf Postkartenniveau gemacht haben, wird uns die Ehre zuteil, mit einer Hand voll Biologen den See mit dem Boot zu erkunden. Danach geht die Tour per Auto weiter und Benschek, der am Steuer ein wahrer Teufelskerl ist, beweist uns, dass man mit dem Auto (Golf 3) wirklich überall hinkommt. Da doch die ein oder andere Schlammgrube selbst für das Ego des Maestro zu tief ist, schieben und drücken wir in regelmäßigen Abständen. Nach getaner Arbeit geht es am Abend zurück zur Farm und wir können - neben enorm vielen Fotos - einen total zerstörten Golf vorweisen…wo gehobelt wird, da fallen eben Späne. Benschek stört sich gar nicht am Zustand seines Autos, freut sich aber umso mehr über seine neuen Fotos, mit denen er den Tourismus im Tal ankurbeln will. Zum Abendessen kocht uns Hop-Sing Innereien vom Schaf und nach erfolgreichem Verdrängen des Gedankens, welches Fleischstück wohl welchem Organ zuzuordnen war, schmeckt der Eintopf sogar irgendwie ganz ok. Nach einer weiteren Nacht auf der Ponderosa kehren wir glücklich zu unseren “Pferden” zurück, um die Reise gen China auf uns zu nehmen.
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die Cartwrights und ich... |
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little John |
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der See... |
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wen man so trifft...
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für ein gutes Buch ist immer Zeit... |
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bye bye mister! |